____ _ _ _ _
| _ \ ___ | |_ (_) _ __ ___ __| | (_) __ _
| |_) | / _ \ | __| | | | '_ \ / _ \ / _| | | | / _ |
| _ < | __/ | |_ | | | |_) | | __/ | (_| | | | | (_| |
|_| \_\ \___| \__| |_| | .__/ \___| \__,_| |_| \__,_|
|_|
- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b
ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ
Postmoderne
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
top
Die Postmoderne (von lateinisch post âhinterâ, ânachâ) ist im allgemeinen Sinn der Zustand der abendländischen Gesellschaft, Kultur und Kunst ânachâ der bis in die Gegenwart andauernden Moderne.
Im engeren Sinn ist die Postmoderne eine umstrittene politisch-wissenschaftlich-kĂźnstlerische Richtung, die sich gegen bestimmte Institutionen, Methoden, Begriffe und Grundannahmen der Moderne wendet und diese aufzulĂśsen und zu Ăźberwinden versucht, dann auch Postmodernismus genannt. Die Vertreter des Postmodernismus kritisieren das Innovationsstreben der Moderne als lediglich habituell und automatisiert (Sozialkonstruktivismus). Sie bescheinigen der Moderne ein illegitimes Vorherrschen eines totalitären Prinzips, das auf gesellschaftlicher Ebene ZĂźge von Despotismus in sich trage und das bekämpft werden mĂźsse. MaĂgebende Ansätze der Moderne seien eindimensional und gescheitert (Nihilismus). Dem wird die MĂśglichkeit einer Vielfalt gleichberechtigt nebeneinander bestehender Perspektiven gegenĂźbergestellt (Relativismus). Mit der Forderung nach einer prinzipiellen Offenheit von Kunst wird auch kritisch auf die Ăsthetik der Moderne Bezug genommen.
Die Diskussion Ăźber die zeitliche und inhaltliche Bestimmung dessen, was genau postmodern bzw. postmodernistisch sei, wird etwa seit Anfang der 1980er Jahre gefĂźhrt. Postmodernes Denken will nicht als bloĂe Zeitdiagnose verstanden werden, sondern als kritische Denkbewegung, die sich gegen Grundannahmen der Moderne wende und Alternativen aufzeige.cite-ref-predaa-2002-1-0[1]
Contents
⢠Ăberblick
⢠Ursprßnge
⢠Begriffsbildung
⢠Elemente
⢠Musik
⢠Sport
⢠Kunst
⢠Architektur
⢠Literatur
⢠Kritik
⢠Siehe auch
⢠Literatur
⢠Ausstellungen
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Ăberblick
Prägend fĂźr den Begriff war Jean-François Lyotards (1924â1998) Bericht Das postmoderne Wissen aus dem Jahr 1979, in dem er die philosophischen Systeme der Moderne fĂźr gescheitert erklärte. Bekannt wurde die Rede des franzĂśsischen Philosophen und Literaturtheoretikers vom Ende der groĂen Erzählungen,cite-ref-2[2] worin sich auch die Kernthese seiner Diagnose ausdrĂźckt: Lyotard spricht nicht von philosophischen Systemen, sondern von âErzählungenâ. Die einzelnen modernen âErzählungenâ legten, so Lyotard, der Welterklärung jeweils ein zentrales Prinzip zugrunde (z. B. Gott oder das Subjekt), um auf dieser Grundlage zu allgemeinen Aussagen zu kommen. Damit scheiden sie jedoch das Heterogene aus oder zwingen das Einzelne unter eine allgemeine Betrachtungsweise, die gewaltsam dessen Besonderheiten einebnet. Lyotard setzt an die Stelle eines allgemeingĂźltigen und absoluten Erklärungsprinzips (Gott, Subjekt, Vernunft, Systemtheorie, marxistische Gesellschaftstheorie etc.) eine Vielzahl von Sprachspielen, die verschiedene âErzählungenâ, also Erklärungsmodelle, anbieten. Lyotard wendet sich also nicht gegen Rationalität im Allgemeinen, sondern gegen eine bestimmte historische Form der Rationalität, die auf der Ausgrenzung des Heterogenen basiert.
Dies hat gesellschaftliche Konsequenzen: Dienten in der Moderne die Metaerzählungen noch dazu, gesellschaftliche Institutionen, politische Praktiken, Ethik und Denkweisen zu legitimieren, so geht in der Postmoderne dieser Konsens verloren und lÜst sich auf in eine Vielzahl von nicht miteinander zu vereinbarenden Wahrheits- und Gerechtigkeitsbegriffen. Zugleich nimmt eine tolerante Sensibilität fßr Unterschiede, Heterogenität und Pluralismus zu und damit die Fähigkeit, die Unvereinbarkeit der Sprachspiele zu ertragen.
Die im Anschluss an Lyotard gefĂźhrte Diskussion um die Epochendiagnose der Postmoderne, die in den 1980er-Jahren sehr intensiv und mit groĂer Aufmerksamkeit in der intellektuellen Ăffentlichkeit gefĂźhrt wurde, ist seit 1989 erlahmt oder verlagerte sich auf andere Gebiete, wie den Streit um Francis Fukuyamas These vom Ende der Geschichte.cite-ref-3[3] Der Begriff beginnt auĂerdem den festen Charakter einer Epochenbezeichnung zu verlieren, was u. a. daran liegt, dass einige seiner Vertreter auch Verbindungen zur Moderne pflegen. Von anderen, wie beispielsweise Umberto Eco (1932â2016), wurde dagegen versucht, den Begriff von jeglicher Beziehung zur Moderne zu befreien und ihn als allgemeines kĂźnstlerisches Streben zu propagieren, das in jeder historischen Epoche auftreten kann.cite-ref-4[4]
Begriffsgeschichte
UrsprĂźnge
Mit dem Begriff Postmoderne, um 1870 erstmals verwendet, wurde von verschiedenen Autoren versucht, sehr heterogene gesellschaftliche und kulturelle Entwicklungen zu fassen und teilweise auch zu bewerten.cite-ref-5[5] Um 1870 schlug der englische Salonmaler John Watkins Chapman vor, einen postmodernen Malstil (postmodern style of painting) zu entwickeln, der moderner sein sollte als jener der franzĂśsischen Impressionisten.cite-ref-6[6]
Im Jahre 1917 gebraucht der deutsche Schriftsteller und Philosoph Rudolf Pannwitz den Begriff bereits als philosophisch geprägten âKulturbegriffâ.cite-ref-7[7]
Wenige Jahre später, im Jahre 1926, beschreibt der amerikanische Theologe Bernard Iddings Bell eine neue religiĂśse Spiritualität, die sich im Rahmen des christlichen Bekenntnisses neuen Forschungserkenntnissen Ăśffnen sollte, als âPostmodernismusâ.cite-ref-8[8]
AusschlieĂlich literarisch nutzt der spanische Literaturwissenschaftler Federico de OnĂs den Begriff im Jahre 1934. Er bezeichnet als âPostmodernismoâ eine Zwischenperiode der hispanisch-amerikanischen Dichtung in den Jahren von 1905 bis 1914, die geprägt sei von einer kurzzeitigen, rĂźckwärtsgewandten Abwendung von der Moderne als Zwischenphase vor einer erneuten, gesteigerten Hinwendung zur Moderne.cite-ref-9[9]
1947 beschreibt der britische Kulturtheoretiker und Geschichtsphilosoph Arnold J. Toynbee eine Phase der Kultur als âpost-modernâ, deren Beginn er 1875 ansetzt: die Postmoderne in diesem Sinne ist durch eine frĂźhe Politik des Denkens in globalen Zusammenhängen gekennzeichnet und unterscheidet sich von dem vorherigen Politikverständnis in der Ăberwindung der nur nationalen Perspektive. Nach Toynbee wird mit der Postmoderne die Spätphase der abendländischen Kultur eingeleitet.cite-ref-10[10]
Im nordamerikanischen Literaturdiskurs des Jahres 1959 bezeichnet der US-amerikanische Literaturwissenschaftler Irving Howe die Gegenwartsliteratur der Postmoderne als Verfallsphänomen einer Moderne, die durch mangelnden Neuerungswillen geprägt sei. Howe verwendet den Begriff âPostmoderneâ hier erstmals im heutigen Sinne.cite-ref-11[11] Die Umwertung erfolgte besonders in den 1960er Jahren durch Irving Howe selbst sowie durch Harry Levin, vor allem aber auch durch Susan Sontag und Leslie Fiedler.cite-ref-12[12]
Auf Architektur und Urbanistik Ăźbertragen wurde der Begriff 1977 durch den US-amerikanisch-britischen Architekten und Architekturtheoretiker Charles Jencks (1939â2019).cite-ref-13[13] Unter dem Einfluss des Strukturalismus und unter Nutzung von SchlĂźsselbegriffen der Semiotik entwickelte er einen theoretischen Rahmen fĂźr Beurteilungen. Dem Funktionalismus der Moderne bescheinigte er, eine kommunikative Verbindung zu den Menschen verloren zu haben. Eine Reihe von StrĂśmungen, die diese Verbindung wieder entwickelten, bezeichnete er als postmoderne Architektur.cite-ref-14[14]
Fast allen von diesen Ansätzen in Kunst, Kulturgeschichte, Philosophie, Theologie und Literatur war gemeinsam, dass sie ein jeweils spezifisches Unbehagen an der Moderne und ihren Entwicklungen formulierten und daraus Konsequenzen entwickelten. Ihren Abschluss fand diese erste Formationsphase mit Howe, dessen Konzeption als grundlegend fßr die weiteren Entwicklungen gesehen werden kann.
FĂźr die Theoriebildung und Methodenfindung späterer Vertreter der Postmoderne sind franzĂśsische Philosophen wichtig wie Michel Foucault, Jacques Derrida und Roland Barthes, die mit Dekonstruktivismus, Poststrukturalismus und Diskursanalyse neue analytische Methoden entwickelten, aber auch die franzĂśsische Psychoanalytikerin, Luce Irigaray, die auf Basis der Arbeiten des Psychoanalytikers Jacques Lacan die feministische Theoriebildung vorantrieb. Viele dieser Theoretiker stehen jedoch dem Begriff Postmoderne kritisch gegenĂźber (â Kritik).
Begriffsbildung
Von âder Postmoderneâ als einer unter diesem Begriff fassbaren geistig-kulturellen Bewegung zu sprechen wird trotz der benannten Vorläufer erst durch den franzĂśsischen Philosophen und Literaturtheoretiker Jean-François Lyotard mit seiner Schrift Das Postmoderne Wissen populär. Das Werk wird 1979 erstmals verĂśffentlicht. Es war ursprĂźnglich als Studie Ăźber die Rolle des Wissens in postindustriellen Gesellschaften fĂźr die kanadische Regierung geschrieben worden. Hier bereitet Lyotard mit seiner These des Endes der groĂen Erzählungen die Basis fĂźr viele Entwicklungen in Philosophie, Kunst, Kultur sowie den Gesellschaftswissenschaften: âIn äuĂerster Vereinfachung kann man sagen: âPostmoderneâ bedeutet, dass man den Meta-Erzählungen keinen Glauben mehr schenkt.âcite-ref-15[15]
Nach Lyotard gibt es drei groĂe Meta-Erzählungen:
⢠Aufklärung
⢠Idealismus
⢠Historismus
Diese bilden in der Postmoderne keine vereinheitlichende Legitimation und Zielorientierung mehr. Die Emanzipation des Individuums, das Selbstbewusstsein des Geistes, das im Sinne des deutschen Philosophen des Idealismus Georg Wilhelm Friedrich Hegel in eine Ganzheitsideologie mĂźndet, und die Idee eines sinnhaften Fortschritts der Geschichte hin zu einer Utopie sind die groĂen Erzählungen, denen man nicht mehr glauben kann. Folglich kann es auch kein Projekt der Moderne mehr geben, keine groĂe Idee von Freiheit und Sozialismus, der allgemeine Geltung zu verschaffen ist und der sich alles gesellschaftliche Handeln unterzuordnen hat.
Es gibt keine ßbergeordnete Sprache, keine allgemeinverbindliche Wahrheit, die widerspruchsfrei das Ganze eines formalen Systems legitimiert. Wissenschaftliche Rationalität, sittliches Handeln und politische Gerechtigkeitsvorstellungen spielen je ihr eigenes Spiel und kÜnnen nicht zur Deckung gebracht werden.
In systematischer Hinsicht stellt Lyotard heraus, dass theoretische und praktische Vollzugsformen von âVernunftâ unvermittelbar seien. In seinem systematischen Hauptwerk âDer Widerstreitâ bezieht Lyotard dies besonders auf die Funktionsweisen sprachlicher VerknĂźpfungsoperationen. Weder theoretische noch praktische Vernunft kĂśnnten fĂźr eine BrĂźckenbildung aufkommen, allenfalls ein kunstvolles Interchangieren sei mĂśglich und mĂźsse sich einer âästhetischenâ Urteilskraft bedienen, fĂźr die wesentlich sei, fortwährend auf Regelsuche fĂźr ihre eigene Operationsweise zu sein. Bekannt unter anderem dafĂźr wurde das Bild der Kreuzfahrt in einem zerklĂźfteten Archipel.
Lyotard selbst und auch andere meinen, hier an Ideen Wittgensteins bezĂźglich spezifischer Verfahrensweisen in spezifischen âSprachspielenâ anknĂźpfen zu kĂśnnen, welche, jedenfalls dieser Akzentuierung zufolge, Kommunikation Ăźber deren Sprachspielgrenzen hinaus prinzipiell ausschlĂśssen (dass dieser etwas assoziative Anschluss mit Wittgensteins Texten verträglich wäre, wird jedoch von vielen Experten bezweifelt).cite-ref-16[16] In ähnlichem Sinne wird, teils im Anschluss an den US-amerikanischen Physiker, Wissenschaftsphilosoph und -historiker Thomas S. Kuhn (der sich jedoch auf die Dynamik naturwissenschaftlicher Theorien bezogen hatte), auch fĂźr unterschiedliche Sprachspiele, Kulturen und kleinteiligere âDiskurseâ von âInkommensurabilitätâ, also dem Fehlen eines gemeinsamen MaĂes, gesprochen.
In der Diagnose der ZerklĂźftetheit âderâ Vernunft jedenfalls spitzt Lyotard BrĂźche und Antinomien weiter zu, die er selbst beispielsweise in der Konfiguration des kantischen Denkens ausmacht, welchem er teils recht detaillierte Studien widmete. Denn schon Kant sah eine Vermittlung zwischen den Reichen der Notwendigkeit (in der theoretisch erfassten Natur) und der (praktischen) Freiheit allenfalls Ăźber die (ästhetische) Urteilskraft, hatte aber beispielsweise betont, zumindest das ästhetisch SchĂśne gebe dem Subjekt ein Einheitsversprechen. Dieses Versprechen wird fĂźr Lyotard allerdings durch die im âErhabenenâ erscheinende Kluft unterminiert. Lyotards diesbezĂźgliche Interpretationen von Kants Kritik der Urteilskraft und ihre Anwendung etwa auf die Werke Barnett Newmans erzielten zeitweise hohe Aufmerksamkeit.
Elemente
In der Postmoderne steht nicht die Innovation im Mittelpunkt des (kĂźnstlerischen) Interesses, sondern eine Rekombination oder neue Anwendung vorhandener Ideen. Die Welt wird nicht auf ein FortschrittsÂziel hin betrachtet, sondern vielmehr als pluralistisch, zufällig, chaotisch und in ihren hinfälligen Momenten angesehen. Ebenso gilt die menschliche Identität als instabil und durch viele, teils disparate, kulturelle Faktoren geprägt. Massenmedien und Technik spielen eine wichtige Rolle als Träger und Vermittler von Kultur (siehe auch Medientheorie).
Die postmoderne Kunst zeichnet sich unter anderem aus durch den erweiterten Kunstbegriff und zitathafte Verweise auf vergangene Stile, die teils ironisch in Szene gesetzt werden. Wo die Ironie misslingt oder nicht vorliegt, lässt sich die ganze Richtung mit dem Eklektizismus vergleichen.cite-ref-17[17]
Elemente postmodernen Denkens und Urteilens sind:
⢠Absage an den seit der Aufklärung betonten Primat der Vernunft (ratio) und an die Zweckrationalität (die bereits in der Moderne erschßttert wurden)
⢠Neue Hinwendung zu Aspekten der menschlichen Affektivität und Emotionalität
⢠Ablehnung oder kritische Betrachtung eines universalen Wahrheitsanspruchs im Bereich philosophischer und religiĂśser Auffassungen und Systeme (sog. Metaerzählungen oder Mythen wie Moral, Geschichte, Gott, Ideologie, Utopie, Religion, aber auch â insofern sie einen Wahrheits- oder Universalitätsanspruch trägt â Wissenschaft)
⢠Sektoralisierung des gesellschaftlichen Lebens in eine Vielzahl von Gruppen und Individuen mit einander widersprechenden Denk- und Verhaltensweisen, Fragmentierung kollektiver Identitäten
⢠Autonomieverlust und Entdifferenzierung der in der Moderne ausdifferenzierten gesellschaftlichen Subsysteme, im Kulturbereich bis hin zur âImplosionâ (Baudrillard) der traditionellen Kultur ins Soziale
⢠AuflÜsung intellektueller und Delegitimierung politischer Avantgarden
⢠Versuche der Abkehr von ethno- und androzentrischen Konzepten
⢠Verwendung von Bildern anstelle von Worten, figurale statt diskursiver Kultur
⢠Zunehmende Zeichenhaftigkeit der Welt (siehe auch Semiotisches Dreieck und Jean Baudrillard): Problematisierung und Abkehr von der Realität und Hinwendung zu den Repräsentationen, die die Realität verdecken und sozial bedeutsamer werden als diesecite-ref-18[18]
Vorherrschende Methoden der postmodernen Kultur- und Geisteswissenschaft sind die Diskursanalyse und der Dekonstruktivismus.
⢠Zu den philosophischen Grundlagen der Dekonstruktion vgl. den Hauptartikel Jacques Derrida.
In Musik, Sport, Kunst, Architektur und Literatur
Musik
Der Musikwissenschaftler JĂśrg Mischke versteht unter Postmoderne eine deutlich gewachsene Pluralität gewachsener Denk- und HandlungsmĂśglichkeiten in der Musik, die mit der Pluralisierung von Lebensstilen einhergeht.cite-ref-19[19] Techniken wie Collage, Crossover, Montage und Pastiche kĂśnnen zur musikalischen Postmoderne gerechnet werden.cite-ref-20[20] Zur musikalischen Postmoderne zählt auch der Bruch mit kompositorischen Traditionen wie Atonalität, Serialismus, ZwĂślftontechnik oder auch die Ăbernahme postmoderner Diskurse in die Musik, z. B. bei postfeministischen Riot-Grrrl-Bands.
Nach Jonathan D. Kramer gibt es 16 verschiedene Charakteristiken postmoderner Musik, beispielsweise: Traditionsbruch, Ironisierung, Grenzßberschreitung, Verachtung fßr musikalische Dogmen, Fragmentarisierung, Musikzitate, Eklektizismus, Diskontinuität, spielerischer Umgang mit Traditionen, Vieldeutigkeit.cite-ref-21[21] Die Verwendung des Begriffes Postmoderne zur Beschreibung musikalischer Stilistiken und Erscheinungsformen ist allerdings umstritten.
Als typische Vertreter einer musikalischen Postmoderne werden mit sehr unterschiedlichen Ausdrucksformen unter anderen Laurie Anderson,cite-ref-22[22] Luciano Berio, John Cagecite-ref-23[23] , Steve Reich, Philip Glass, John Adams, Michael Gordon, Sofia Gubaidulina, Charles Ives,cite-ref-24[24] Gija Kantscheli, Krzysztof Penderecki, Olga Neuwirth,cite-ref-25[25] Arvo Pärt, Alfred Schnittke, JĂłhann JĂłhannsson, King Crimson, The Cinematic Orchestra, Bugge Wesseltoft, Nils Frahm, Ălafur Arnalds, The Necks, Nik Bärtsch, Max Richter, Hans Florian Zimmer, John Rutter, Amon Tobin, Frank Zappa,cite-ref-26[26]cite-ref-27[27] John Zorn und Valentin Silvestrov genannt. Die Postmoderne hat sich in nahezu allen Genres in der Musik niedergeschlagen, wie orchestrale, notierte Musik, Improvisationsmusik, Jazz, Rock, Pop, Filmmusik und elektronische Musik. Bisweilen gehĂśren ganze Genres dazu, wie Post-Rock, Minimal Music, Nu Jazz oder EDM. In der Neuen Musik ist besonders Berios Sinfonia von 1968â69 (dritter Satz) bekannt geworden.
Sport
Mit der Zulassung von Berufssportlern zu den Olympischen Spielen wurde seit 1981 die lange vorherrschende Ideologie des Amateurs beendet, wodurch sich eine der traditionellen Definitionen von Sport auflĂśste; mit der SelbstauflĂśsung des Ostblocks entfiel eine der wesentlichen BegrĂźndungen der staatlichen Finanzierung des Spitzensport in den westlichen Ländern. Dieser Wegfall der meta-narrativen Strukturen wurden in Sport und Sportwissenschaft mit der Postmoderne identifiziert.cite-ref-28[28] Auch das Doping-Dilemma, bei dem die Entscheidung fĂźr Fair Play den Abbau der Chancengleichheit bedeuten kann und Berufssportler bestimmte Medikamente nicht nehmen dĂźrfen, die im Ballett selbstverständlich sind, ist mit dem Aufkommen der Postmoderne identifiziert worden.cite-ref-29[29] Selbst die Olympischen Spiele 1936 sind schon mit der Postmoderne in Zusammenhang gebracht worden, da sie einerseits in jedem Land anders wahrgenommen wurdencite-ref-30[30] und andererseits Pierre de Coubertin in einem Interview unmittelbar nach den Spielen sagte, es sei doch egal, ob man Propaganda fĂźr ein politisches System (1936) oder fĂźr schĂśnes Wetter (SĂźdkalifornien, 1932) mache. Entscheidend sei, dass die Spiele groĂartig gefeiert wĂźrden. Eine solche Ablehnung von meta-narrativen Erklärungsversuchen ist symptomatisch fĂźr die Postmoderne.cite-ref-31[31] Phillips geht noch einen Schritt weiter, indem er dem gesamten positivistischen Ansatz der Sportgeschichtsschreibung den Dekonstruktivismus der Postmoderne entgegenhält.cite-ref-32[32]
Kunst
Die späte oder âHochmoderneâ (highly modernist art, Jameson) hatte mit dem Realismus der bildenden Kunst gebrochen, indem sie die Repräsentation der Realität erfolgreich destabilisierte, z. B. durch ihren Minimalismus, ihr Streben nach Singularität, durch Pop Art und den Fotorealismus.cite-ref-33[33]cite-ref-34[34]cite-ref-35[35] Hingegen problematisiert und destabilisiert die Postmoderne die Realität selbst, deren Objekte ihre Rolle als Träger und Stifter sozialer Bedeutung verlieren. Postmoderne Kunst durchbricht die Schranken zwischen Kunstwerk, Autor und Betrachter, zwischen Hochkultur und Massenkultur und zwischen den Genres, z. B. in Form der Performance, und sogar zwischen Werbung und Kunst.cite-ref-36[36] Wies die Moderne jedem durch seinen Konsum spezifischer kultureller Objekte einen Ort in der gesellschaftlichen Kultur(hierarchie) zu, hat sie also eine soziale Distinktionsfunktion, bringt die Postmoderne eine Vielzahl nicht-hierarchischer Differenzen und fragmentierter Identitäten zum Ausdruck, welchen gegenĂźber sie sich tolerant verhält. Anders als teure Ălbilder sind Symbole unbeschränkt konsumierbar; ihr Konsum kann nicht so leicht sozial eingeschränkt werden; das Internet erleichtert ihre Verbreitung. Sie nehmen zwar Bezug auf das Soziale, repräsentieren aber nicht.cite-ref-37[37]cite-ref-38[38]
Architektur
Im Bereich der Architektur kann die Postmoderne als Ablehnung des Verbindlichkeitsanspruchs der Stilmerkmale des modernen Funktionalismus verstanden werden. Vorherrschend ist eine eklektische Grundhaltung, die ironisch und spielerisch mit historischen Bauformen umgeht (âCollagearchitekturâ).
â
Hauptartikel
:
Postmoderne Architektur
Literatur
Die literarische Postmoderne weist den Innovationszwang der Hochmoderne zurĂźck, da es nichts Neues mehr zu erfinden gibt, und spielt stattdessen mit literarischen Traditionen, Zitaten, Collagen und Parodien. Erzählt wird fragmentarisch, mit ironischer Distanz und wechselnder Perspektive, wodurch der Konstruktionscharakter der Erzählung im Vordergrund steht. Im Mittelpunkt der Erzählungen stehen keine Helden, sondern oft AuĂenseiter oder AngehĂśrige von Subkulturen.
â
Hauptartikel
:
Postmoderne Literatur
Politikwissenschaft
In der Politikwissenschaft und hier vor allem in den Internationalen Beziehungen sind postmoderne Ansätze, etwa im Vergleich mit realistischen oder liberalen, eine sehr junge Form der Theoriebildung. Postmoderne Ansätze haben zwei zentrale Charakteristika:cite-ref-39[39]
1. den Fokus auf die Analyse von Texten und anderen VerĂśffentlichungen, wie Bildern und Symbolen, anstatt auf die Geschehnisse selbst.cite-ref-40[40]
2. die Skepsis gegenĂźber âobjektivenâ Wahrheiten oder Kategorisierungen.
Welche Form des Diskurses die ßberlegene ist, ist auf der einen Seite eine Frage von Macht.cite-ref-42[42] In anderen theoretischen Ansätzen, etwa beim Realismus, ist diese Macht den Staaten vorbehalten. Wer auf dem internationalen Parkett besser positioniert ist (etwa durch Ressourcen), dominiert. Postmoderne Ansätze gehen dagegen nicht nur davon aus, dass diskursive Repräsentationen Ausdruck von Macht sind, sondern der Diskurs an sich ist eine Form der Machtausßbung. Diese ist nicht an einen Teilnehmer des Diskurses gebunden, sondern erstreckt sich ßber den gesamten Kontext der Handlung.cite-ref-43[43]cite-ref-44[44]
Insofern mit âpostmodernâ auch eine politische Haltung gekennzeichnet wird, meint dies eine gegenĂźber politischen Institutionen und Prozessen eher kritische, Bekenntnisse und Ideologien ablehnende individualistische Position.cite-ref-45[45]
Geschichtsschreibung
Der Grundgedanke der postmodernen Theorie der Geschichtsschreibung ist die Leugnung ihres Wirklichkeitsbezugs. Roland Barthes und Hayden White betonten, dass sich Geschichtsschreibung nicht von Dichtung unterscheide, und selbst Dichtung sei. White wollte in seinem Buch âMetahistory. Die historische Einbildungskraft im 19. Jahrhundert in Europaâ aufzeigen, dass es kein geschichtswissenschaftliches Wahrheitskriterium gibt. Zwar kĂśnne Geschichtsschreibung aus Quellen Tatsachen ermitteln, aber jede VerknĂźpfung zu einer zusammenhängenden Darstellung werde von ästhetischen und moralischem, nicht von wissenschaftlichen Erwägungen bestimmt. FĂźr ihn sind historische Erzählungen sprachliche Fiktionen, deren Inhalt ebenso erfunden wie vorgefunden ist.cite-ref-46[46]
Kritik
Die Postmoderne wendet sich gegen unterschiedlichste Grundannahmen der Moderne insbesondere ideologischer, aber auch kultureller Art.cite-ref-predaa-2002-1-1[1] Postmoderne Philosophen sahen sich nicht zuletzt gerade deswegen heftiger Kritik ausgesetzt. Der Soziologe Lothar Bossle kam 1992cite-ref-47[47] zu dem Schluss, dass âim Begriff der Postmoderne alle Trends in ihren Gegensätzlichkeiten zusammengebunden, in ihrem oberflächliche Quasicharakter, in ihren Untiefen und AbgrĂźnden zusammengebundenâ worden seien.
Kritik seitens Vertretern des wissenschaftlichen Realismus
Der wissenschaftliche Realismus wirft Vertretern der Postmoderne vor, die Institutionen der Wissenschaft zur Verbreitung politischer Ansichten zu missbrauchen. Inhaltlich wurde an Positionen der Postmoderne ein Hang zum Irrationalismus kritisiert sowie eine Leugnung der Tatsache, dass naturwissenschaftliche Theorien durch Beobachtungen wohlbegrßndet seien und daher beanspruchen kÜnnten, die Realität objektiv zu beschreiben.cite-ref-48[48] In eine ähnliche Richtung zielen auch der von Tom Nichols konstatierte Tod des Expertentumscite-ref-49[49] sowie die Klagen ßber die zunehmende Verbreitung von Fake News und VerschwÜrungstheorien durch selbsternannte Experten.
Kritik an der Methodik
BerĂźhmt ist die so genannte Sokal-Affäre, in der Social Text, eine postmoderne Zeitschrift ohne Peer-Review, einen Artikel zur VerĂśffentlichung akzeptierte, der absichtlich nur aus unsinnigen Aussagen bestand. In dem Artikel gehe es â so die Aussage des Autors Alan Sokal in der Inhaltsangabe â um die Weiterentwicklung postmoderner Konzepte unter BerĂźcksichtigung neuer Entwicklungen der Quantengravitation. Der Artikel lehnte sich sprachlich an die Arbeiten Baudrillards an und kam als postmoderne Kritik am wissenschaftlichen Realismus daher, um auf das postmoderne Publikum sympathisch zu wirken.cite-ref-50[50] Laut Sokal zeige das Gelingen dieses Versuchs mangelhafte intellektuelle Standards und Missbrauch mathematisch-naturwissenschaftlicher Metaphern in der postmodernen geistes- und sozialwissenschaftlichen Szene.cite-ref-51[51]
Kritik durch Foucault
Auch viele spätmoderne Philosophen, die hin und wieder der StrĂśmung der âPostmoderneâ zugerechnet werden, haben sich hierzu kritisch geäuĂert. So hebt beispielsweise Michel Foucault eine âzu bekämpfende Tendenzâ hervor, âdas gerade Geschehene zum Hauptfeind zu erklären, als ginge es immer nur darum, sich von der Hauptform der UnterdrĂźckung zu befreienâ. Gegen Lyotard erklärt Foucault sich âvollkommen einverstandenâ mit dem âvon Habermas aufgeworfene(n) Problem: Wenn wir zum Beispiel das Werk von Kant oder Weber aufgeben, laufen wir Gefahr, der Irrationalität zu verfallenâ. Stattdessen fordert Foucault, âmĂśglichst nahe anâ der Frage nach der Beschaffenheit und Genese der Vernunft zu bleiben, âdie wir benutzenâ. Weit entfernt davon zu meinen, âdie Vernunft sei der Feind, den wir beseitigen mĂźsstenâ, geht es Foucault um die Akzeptanz einer âDrehtĂźr der Rationalitätâ, insofern selbst exemplarische Formen der Irrationalität wie jene des Rassismus sich als eine Form âstrahlender Rationalitätâ darstellten, in diesem Fall jener des Sozialdarwinismus.cite-ref-52[52]
Politische Kritik
Klassische politische Ideologien wie Konservatismus und Liberalismus und Teile der politischen Linken lasten dem postmodernen Denken als Defizit eine Beliebigkeit zu wichtigen Fragen in Kultur und Gesellschaft an.cite-ref-53[53] Seyla Benhabib kritisiert beispielsweise, dass âpostmoderne Positionen nicht nur das Spezifische der feministischen Theorie auslĂśschen, sondern sogar das Emanzipationsideal der Frauenbewegung schlechthin in Frage stellen [kĂśnnten]â.cite-ref-54[54]
Auch von Seiten der Kritischen Theorie wurden ähnliche Einwände vorgetragen.cite-ref-55[55] Robert Kurz greift die Kulturalisierung und Ăsthetisierung kapitalismusimmanenter WidersprĂźche durch den Postmodernismus an.cite-ref-56[56] Stefan Zenklusen bestreitet in subjekt- und sprachphilosophischer, soziologischer und politologischer Hinsicht die GĂźltigkeit der Grundannahme der âirreduziblen Pluralitätâ.cite-ref-57[57] Laut Samuel Salzborn gelingt es Postmodernisten, âIdeen fundamentaler Ungleichheit, wie sie in kulturalistischen Ansätzen generell verfochten werden, eine zunehmende Repräsentanz zu verschaffenâ. Durch die Schaffung âgegenaufklärerischer Konzepteâ sei der emanzipatorische Anspruch der BegrĂźnder postmoderner Modernekritik in sein Gegenteil umgeschlagen.cite-ref-58[58]
Dagegen werden gerade von Teilen der Neuen Linken und in feministischen Debattencite-ref-59[59] postmoderne Ideen als produktiv fßr das Verständnis aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen begriffen. Das gilt auch fßr die Infragestellung der in der Moderne verschärften Abgrenzung zwischen Hoch-, Massen- und Subkultur(en) und des damit verbundenen Elitarismus.cite-ref-60[60]
Ende der Postmoderne?
Der deutsche Philosoph Markus Gabriel und sein italienischer Kollege Maurizio Ferraris postulierten 2011 das Ende der Postmoderne mit ihrem Nihilismus, Irrationalismus, Zynismus und ihrer Ironie: Die postmoderne Vorherrschaft der Interpretation gegenĂźber den Tatsachen werde durch einen Neuen Realismus (nuovo realismo) abgelĂśst.cite-ref-61[61] FĂźr den deutschen Sprachraum hatten das Hans-Peter MĂźller (1998)cite-ref-62[62] und Jost Hermand (2004)cite-ref-63[63] bereits frĂźher getan.
Im angelsächsischen Sprachraum gilt oft der 11. September 2001 als eine Zäsur, die das Ende der verspielten Ironie markierte. David Foster Wallace hatte sein Unbehagen Ăźber die in den USA medial allgegenwärtige und kommerzialisierte Ironie schon lange vorher formuliert; er hielt sie fĂźr einen Ausdruck der Selbstbanalisierung der Sprechenden und der Irrelevanz ihrer ĂuĂerungen und forderte eine neue Ernsthaftigkeit und Aufrichtigkeit (new sincerity) der Literatur.cite-ref-64[64] Sein Roman Infinite Jest (1996; dt. Unendlicher SpaĂ, 2009) kann trotz seines streckenweise ironischen, nur teilweise realistischen Stils als Beispiel fĂźr die Ăberwindung postmoderner Ironie gelten; auch die Werke von Jonathan Franzen und Marilynne Robinson werden als literarische Beiträge zur neuen Ernsthaftigkeit und Aufrichtigkeit angesehen.cite-ref-65[65] Und schon Friedrich Schlegel wusste, dass man Ironie âdoch eben auch ĂźberdrĂźssig wird, wenn sie uns Ăźberall und immer wieder geboten wirdâ.cite-ref-66[66]
Siehe auch
Literatur
Bedeutende Werke bekannter Vertreter
⢠Guy Debord: Die Gesellschaft des Spektakels. Edition Tiamat, Berlin 1996.
⢠Gilles Deleuze: Die Falte. Leibniz und der Barock. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1995.
⢠Gilles Deleuze, FÊlix Guattari: Mille Plateaux. Paris 1980.
⢠deutsch: Kapitalismus und Schizophrenie 2 â Tausend Plateaus. Merve, Berlin 1992.
⢠Jacques Derrida: Grammatologie. Frankfurt am Main 1974.
⢠Jacques Derrida: Die Stimme und das Phänomen. Frankfurt am Main 2003, ISBN 978-3-518-10945-8.
⢠Jacques Derrida: Randgänge der Philosophie. Wien 1988.
⢠Jacques Derrida: Die diffÊrance. Ausgewählte Texte. Stuttgart 2004.
⢠Romano Guardini: Das Ende der Neuzeit. Ein Versuch zur Orientierung. Hess, Basel 1950; Werkbund-Verlag, Wßrzburg 9. Auflage 1965; Grßnewald/SchÜningh, Mainz/Paderborn 12. Auflage 1995, ISBN 3-7867-1250-6/ISBN 3-506-74521-2.
⢠Charles Jencks: The Language of Post-Modern Architecture. London 1977.
⢠deutsch: Die Sprache der postmodernen Architektur. Die Entstehung einer alternativen Tradition. Stuttgart 1978.
⢠Jean-François Lyotard: Das postmoderne Wissen. Passagen-Verlag, Wien 2009, ISBN 978-3-85165-902-3 (Original-Titel: La condition postmoderne, Êditions Minuit, Paris 1979).
⢠Jean-François Lyotard: Der Widerstreit. Fink, Mßnchen 1987.
⢠Jean-François Lyotard: The Inhuman. Stanford University Press, Stanford 1991.
Ăber Postmoderne und Postmodernismus
⢠Zygmunt Bauman: Intimations of Postmodernity. Routledge, London 1992.
⢠Roger Behrens: Postmoderne. EVA Wissen 3000, Hamburg 2004, ISBN 3-434-46237-6.
⢠Lothar Bossle: Die Postmoderne als Austragsstßberl des Abendlandes. In: Herbert Kessler (Hrsg.): Humane Zukunft. Abhandlungen der Humboldt-Gesellschaft fßr Wissenschaftm Kunst und Bildung e. V. Band 10. Mannheim 1988.
⢠Christopher Butler: Postmodernism. A very short introduction. Oxford University Press, New York 2002, ISBN 0-19-280239-9.
⢠Alex Callinicos: Against Postmodernism. A Marxist Critique. Polity Press, Cambridge 1989.
⢠Terry Eagleton: The Illusions of Postmodernism. Blackwell, Oxford 1996.
⢠Mike Featherstone: Undoing Culture. Globalization, Postmodernism and Identity. Sage Publications, London 1995.
⢠Bernd Goebel, Fernando SuĂĄrez MĂźller: Kritik der postmodernen Vernunft. Ăber Derrida, Foucault und andere zeitgenĂśssische Denker. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2007, ISBN 978-3-534-20486-1.
⢠Jßrgen Habermas: Der philosophische Diskurs der Moderne. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1988.
⢠David Harvey: The Condition of Postmodernity. Blackwell Publishers, Cambridge 1995.
⢠Stuart Jeffries: Everything, All the Time, Everywhere: How We Became Post-modern. Verso, London 2021, ISBN 978-1-78873-822-4.
⢠Jens Kastner: Politik und Postmoderne. Libertäre Aspekte in der Soziologie Zygmunt Baumans. Unrast, Mßnster 2000.
⢠Peter Kemper (Hrsg.): âPostmoderneâ oder Der Kampf um die Zukunft. Die Kontroverse in Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft. Fischer, Frankfurt am Main 1988.
⢠Alfrun Kliems (Hrsg.): Lyrik des 20. Jahrhunderts in Ost-Mittel-Europa. Band 1: Spätmoderne (= Literaturwissenschaft, Bd. 2). Frank & Timme, Berlin 2006, ISBN 978-3-86596-020-7.
⢠Scott Lash: Sociology of Postmodernism. Routledge, London 1990.
⢠Klaus-RĂźdiger Mai: Die Kommunistin. Sahra Wagenknecht: Eine Frau zwischen Interessen und Mythen. Europa Verlag, MĂźnchen 2024, ISBN 978-3-95890-618-1. (Daraus das 17. Kapitel auf S. 241â255: Exkurs: Was ist Postmodernismus?)
⢠Christoph Riedweg (Hrsg.): âNach der Postmoderne. Aktuelle Debatten zu Kunst, Philosophie und Gesellschaftâ (= Schwabe reflexe 34), Schwabe, Basel 2014, ISBN 978-3-7965-3250-4.
⢠Thorsten Scheer: Postmoderne als kritisches Konzept. Fink, Mßnchen 1992.
⢠Burghart Schmidt: Postmoderne â Strategien des Vergessens. Ein kritischer Bericht, Darmstadt und Neuwied 1986 (4., Ăźberarbeitete Neuauflage 1994, ISBN 3-518-28736-2).
⢠Wolfgang Welsch: Unsere postmoderne Moderne. 6. Auflage. Akademie, Berlin 2002, ISBN 3-05-003727-X.
⢠Peter V. Zima: Moderne â Postmoderne. Gesellschaft, Philosophie, Literatur. 2. Auflage. Francke, TĂźbingen u. a. 2001, ISBN 3-8252-1967-4.
⢠Daniel-Pascal Zorn: Die Krise des Absoluten. Was die Postmoderne hätte sein kÜnnen, Klett-Cotta, Stuttgart 2022, ISBN 978-3-608-98349-4.
Textsammlungen
⢠Peter Engelmann: Postmoderne und Dekonstruktion. Texte franzÜsischer Philosophen der Gegenwart. (= RUB 8668). Reclam, Stuttgart 2004, ISBN 3-15-008668-X.
⢠Wolfgang Welsch: Wege aus der Moderne. Schlßsseltexte der Postmoderne-Diskussion. Akademie Verlag, Berlin 1994.
⢠Thomas Docherty (Hrsg.): Postmodernism. A Reader. Harvester Wheatsheaf, New York u. a. 1993.
⢠Fredric Jameson: Cultural Turn: Selected Writings on the Postmodern 1983â1998. Verso, London 1998, ISBN 1-85984-182-1.
Hilfsmittel
⢠Stuart Sim: The Routledge companion to postmodernism. 2. Auflage. Routeledge, London u. a. 2006, ISBN 0-415-33359-8, ISBN 0-415-33358-X.
⢠Victor E. Taylor, Charles E. Winquist (Hrsg.): Encyclopedia of postmodernism. Reprint, Routledge, London u. a. 2005, ISBN 0-415-15294-1, ISBN 0-415-30886-0.
⢠Patrick Baum, Stefan HĂśltgen (Hrsg.): Lexikon der Postmoderne â Von Abjekt bis Zizek. Begriffe und Personen. Projektverlag, Bochum/Freiburg 2010, ISBN 978-3-89733-209-6.
Ausstellungen
⢠2023/2024: Alles auf einmal: Die Postmoderne 1967â1992. Bundeskunsthalle Bonn.
Weblinks
Wiktionary: Postmoderne
â Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
⢠Literatur von und ßber Postmoderne im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
⢠Gary Aylesworth: Postmodernism. In: Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy.
⢠Christian KÜllerer: Die Errungenschaften der Postmoderne als Theorie Eine philosophische Kritik. (Erlanger Digitale Edition)
⢠Jean-François Lyotard: The Postmodern Condition â A Report on Knowledge. 1979; First 5 Chapters of main body of work
⢠Klaus-JĂźrgen Bruder: La condition postmoderne â est-ce quâelle est passĂŠe? Eine Zeitdiagnose. In: Gestalttherapie. 21 (1), 2007, S. 3â23. Edition Humanistische Psychologie (KĂśln)
⢠Spätmoderne, Durchbruch der globalen Moderne im Gegensatz zur Postmoderne
⢠Albert Meier: Postmoderne: Philosophie â Literatur. Unter Mitarbeit von Aljoscha Leptin und Zara Zerbe (2017)
Einzelnachweise
cite-note-predaa-2002-11. â A. Preda: Postmodernism in Sociology. In: Neil Smelser, Paul B. Baltes (Hrsg.): International Encyclopedia of the Social & Behavioral Sciences. Elservier Science, Amsterdam u. a. 2002, S. 11865â11868.
cite-note-44. â Umberto Eco: Nachschrift zum Namen der Rose. 1984, S. 77.
cite-note-66. â Higgins: A dialectic of centuries. Notes towards a theory of New Arts. New York 1978.
cite-note-77. â Rudolf Pannwitz: Die Krisis der europäischen Kultur. NĂźrnberg 1917, S. 64.
cite-note-88. â B.I. Bell: Postmodernism and Other Essays. Milwaukee 1926; Vgl. auch die Besprechung in: The Journal of Religion. Vol. 6, No. 6 (Nov., 1926), S. 629f.
cite-note-99. â de Oniz: Antologia de la poesia espaĂąola e hispoamericana. Madrid 1934.
cite-note-1010. â Arnold J. Toynbee: A Study of History. 1947, S. 39.
cite-note-1111. â Irving Howe: Mass Society and Postmodern Fiction. Partisan Review, 1959, S. 420â436.
cite-note-1212. â Leslie Fiedler: Cross the Border â Close the Gap. 1969.
cite-note-1313. â Charles Jencks: The Language of Post-Modern Architecture. Rizzoli: New York 1977.
cite-note-1414. â Elie Haddad: Charles Jencks and the historiography of Post-Modernism. In: The Journal of Architecture. Band 14 (2009), Heft 4, S. 493â510 (online)
cite-note-1515. â Lyotard: Das Postmoderne Wissen. 1986, 7/14.
cite-note-1616. â So etwa von Hilary Putnam in Renewing Philosophy
cite-note-1717. â Charles Jencks: Was ist Postmoderne? ZĂźrich/MĂźnchen 1990, S. 7: Vorwort.
cite-note-1818. â Scott Lash: Sociology of Postmodernism. Routledge: London, New York, 2. Aufl. 2011, S. 14 f.
cite-note-2020. â Joseph Stein: Postmodernism. (PDF; 4,3 MB), S. 6.
cite-note-2121. â Jonathan Kramer: The Nature and Origins of Musical Postmodernism. In: Postmodern Music/Postmodern Thought. Routledge, New York 2002, ISBN 0-8153-3820-1, S. 16â17.
cite-note-2323. â epos.uni-osnabrueck.de
cite-note-2424. â Hermann Danuser: On Postmodernism in Music. In: International Postmodernism: Theory and Literary Practice. Benjamins Publishing, 1997, ISBN 90-272-3445-0, S. 160 ff.
cite-note-2626. â Postmoderne Musik â HiSoUR Kunst Kultur Ausstellung. Abgerufen am 5. November 2023 (deutsch).
cite-note-2727. â Hans-Juergen Schaal: Die fĂźnfte HĂśrhilfe 2.2.07 FRANK ZAPPA. Abgerufen am 5. November 2023.
cite-note-2828. â Arnd KrĂźger: Hundert Jahre und kein Ende? Postmoderne Anmerkungen zu den Olympischen Spielen. In: I. Diekmann, J. H. Teichler (Hrsg.): KĂśrper, Kultur und Ideologie. Sport und Zeitgeist im 19. und 20. Jahrhundert. (= Studien zur Geistesgeschichte. Band 19). Philo, Bodenheim 1997, S. 277â300.
cite-note-2929. â Arnd KrĂźger: Postmoderne Anmerkungen zur Ethik im Spitzensport. In: Arturo Hotz (Hrsg.): Handeln im Sport in ethischer Verantwortung. (= Schriftenreihe der ESSM. Band 62). ESSM, Magglingen 1995, S. 292â317.
cite-note-3030. â Arnd KrĂźger, William Murray (Hrsg.): The Nazi Olympics. Sport, Politics and Appeasement in the 1930s. Univ. of Illinois Press, Champaign, IL 2003, ISBN 0-252-02815-5.
cite-note-3131. â Arnd KrĂźger: 'What's the Difference between Propaganda for Tourism and for a Political Regime?' Was the 1936 Olympics the first Postmodern Spectacle? In: J. Bale, M. Krogh-Christensen (Hrsg.): Post-Olympism? Questioning Sport in the Twentyfirst Century. Berg, Oxford 2004, S. 33â50.
cite-note-3232. â Murray G. Phillips (Hrsg.): Deconstructing sport history. A postmodern analysis. State University of NY, Alabany 2006, ISBN 0-7914-6610-8.
cite-note-3333. â Fredrich Jameson: Postmodernism, or The Cultural Logic of Late Capitalism. In: New Left Review I/146, 1984.
cite-note-3434. â Fredric Jameson: The Aesthetics of Singularity. In: New Left Review. 92, 2015.
cite-note-3535. â Frederic Jameson: Mythen der Moderne. Berlin 2004.
cite-note-3636. â Scott Lash: Sociology of Postmodernism. Routledge: London, New York, 2. Aufl. 2011, S. 14 f.
cite-note-3737. â Lash 2011, S. 37, 26.
cite-note-3838. â Stefan Heyer: Deleuze & Guattaris Kunstkonzept. Ein Wegweiser durch Tausend Plateaus. Passagen Verlag, Wien 2001.
cite-note-3939. â Thomas Diez: Postmoderne Ansätze. In: Siegfried Schieder, Manuela Spindler (Hrsg.): Theorien der Internationalen Beziehungen. 2. Ăźberarb. Auflage. Stuttgart 2006, S. 473f.
cite-note-4040. â siehe etwa James Der Derian, Ian Shapiro: International/Intertextual Relations. 1989.
cite-note-4141. â Diez, S. 474.
cite-note-4242. â Patrick Hall: Diskursanalys av nationell identitet. In: Petersson & Robertson (Hrsg.): Identitetstudier i praktiken. MalmĂś 2003.
cite-note-4343. â Stefano Guzzini: Structural Power: The Limits of Neorealist Power Analysis. In: International Organization. 47/3, S. 472.
cite-note-4444. â Peter V. Zima: Diskurs und Macht. EinfĂźhrung in die herrschaftskritische Erzähltheorie. Opladen, Berlin 2022.
cite-note-4545. â Postmoderne in: Klaus Schubert, Martina Klein: Das Politiklexikon. 7., aktual. u. erw. Aufl. Bonn 2020.
cite-note-4646. â Georg Iggers: Geschichtswissenschaft im 20. Jahrhundert. Ein kritischer Ăberblick im internationalen Zusammenhang. GĂśttingen 2007, S. 101 f.
cite-note-4747. â Lothar Bossle: Die Erhaltung des Katholizitätsprinzips als Sauerteig im 21. Jahrhundert. Helmut Serrand zum 65. Geburtstag. In Medizinhistorische Mitteilungen. Zeitschrift fĂźr Wissenschaftsgeschichte und Fachprosaforschung. Band 36/37, 2017/2018 (2021), S. 253â263 (postum), hier: S. 253.
cite-note-4848. â Paul R. Gross, Normal Levitt: Higher Superstition: The Academic Left and Its Quarrels With Science. Johns Hopkins University Press, Baltimore 1994; Paul R. Gross, Norman Levitt, Martin W. Lewis: The Flight from Science and Reason. New York Academy of Sciences, New York 1997.
cite-note-4949. â Tom Nichols: The Death of Expertise: The Campaign Against Established Knowledge and Why it Matters. Oxford University Press, 2017.
cite-note-5050. â Alan Sokal: A Physicist Experiments with Cultural Studies. In: Lingua Franca. Mai/Juni 1996, S. 62â64.
cite-note-5151. â The Sokal Hoax: The Sham That Shook the Academy. University of Nebraska Press 2000; Alan Sokal, Jean Bricmont: Eleganter Unsinn. Wie die Denker der Postmoderne die Wissenschaften miĂbrauchen. C.H. Beck, MĂźnchen 1999.
cite-note-5252. â Raum, Wissen und Macht. In: Schriften. Band 4, 1982, S. 333f.
cite-note-5353. â Vgl. beispielsweise Noam Chomsky on Postmodernism.
cite-note-5454. â Seyla Benhabib: Feminismus und Postmoderne. Ein prekäres BĂźndnis. S. 13.
cite-note-5555. â BezĂźglich der Konflikte mit der Kritischen Theorie vgl. z. B.: JĂźrgen Habermas: Die Moderne â ein unvollendetes Projekt In: Habermas: Kleine Politische Schriften (I-IV). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1981, S. 444â464; Auch Lash: Sociology of Postmodernism. Routledge, London / New York 1990, S. 153â171.
cite-note-5656. â Robert Kurz: Die Welt als Wille und Design. Postmoderne, Lifestyle-Linke und die Ăsthetisierung der Krise. Edition Tiamat, Berlin 1999.
cite-note-5757. â Stefan Zenklusen: Abschied von der These der 'pluralsten' aller Welten. wvb, Berlin 2007.
cite-note-5858. â Samuel Salzborn: Globaler Antisemitismus. Eine Spurensuche in den AbgrĂźnden der Moderne. 2. Aufl., Beltz Juventa, Weinheim 2020, S. 101.
cite-note-5959. â Nancy Fraser: Falsche Gegensätze. In: Der Streit um Differenz : Feminismus und Postmoderne in der Gegenwart. Fischer Taschenbuch, 1993, S. 59â79.
cite-note-6060. â Leslie Fiedler: Cross the border â Close the Gap. New York 1972.
cite-note-6161. â Markus Gabriel: Warum es die Welt nicht gibt. Berlin 2013, S. 10; Ferraris, Maurizio: Manifest des Neuen Realismus. Frankfurt/M. 2014, S. 13; Maurizio Ferrari: Was ist der Neue Realismus? In: Der Neue Realismus. Hrsg. Markus Gabriel. Berlin 2014, S. 52â75, hier S. 52.
cite-note-6262. â Hans-Peter MĂźller: Das stille Ende der Postmoderne. Ein Nachruf. In: Karl Heinz Bohrer, Kurt Scheel (Hrsg.): Postmoderne. Eine Bilanz. Sonderheft Merkur. Zeitschrift fĂźr europäisches Denken. Stuttgart 1998, S. 975â981.
cite-note-6363. â Jost Hermand: Nach der Postmoderne. Ăsthetik heute. KĂśln, Weimar, Wien 2004.
cite-note-6464. â David Foster Wallace: E Unibus Pluram. Television and U.S. Fiction. In: Review of Contemporary Fiction 13 (1993) 2, S. 151â194, hier S. 183 f.
cite-note-6565. â Zuzanna Gorenstein: New Sincerity and the Contemporary American Family Novel: Jonathan Franzenâs The Corrections and Marilynne Robinsonâs Gilead. Dissertation, Freie Universität Berlin 2014.
cite-note-6666. â Friedrich Schlegel: Ăber die Unverständlichkeit. In: Kritische Friedrich-Schlegel-Ausgabe, hrsg. von Ernst Behler, MĂźnchen usw. 1958 ff., Bd. II, S. 369.